Renaturierung der Eiter im Schwarmer Bruch

Umsetzung von auenbildenden und strukturverbessernden Maßnahmen an der Eiter im Zusammenhang mit der Flurbereinigung Schwarmer Bruch

Anlage von 6 Auenbiotopen und Gewässerrandstreifen

Durch die geplante Umgestaltung und Strukturverbesserung der Eiter im Bereich des Schwarmer Bruchs wird ein in weiten Teilen ausgebauter Gewässerabschnitt auf einer Strecke von rund 7 km in einen naturnahen Zustand hin entwickelt.

Grundlage für die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen ist der Gewässerentwicklungsplan Eiter/Hauptkanal.

Dieses großflächige Projekt war nur durch die Bereitstellung von geeigneten Flächen in Form von breiten Gewässerrandstreifen oder lagerichtigen Grundstücken entlang der Eiter möglich. Bereitgestellt wurden diese Flächen durch Flächentausch in der vereinfachten Flurbereinigung Schwarmer Bruch. Diese wurde im Jahr 2014 iniiert mit dem Grundgedanken, den Schwarmer Bruch ökologisch aufzuwerten. Insbesondere durch die Bereitschaft der örtlichen Landwirte hochwertige Flächen abzugeben, können Wanderkorridore entlang der Eiter entstehen.

Bereits in 2014 konnten für den Erwerb von 10,5 ha Flächen erforderliche finanzielle Mittel von Seiten des Landes Niedersachsen und der EU im Rahmen der Fließgewässerentwicklung (FGE) eingeworben werden. Im Laufe des Flurbereinigungsverfahrens konnten weitere rd. 5,4 ha für ergänzende Renaturierungsmaßnahmen bereitgestellt und angekauft werden.

Ziel dieser Maßnahmen ist die:

  • Verbesserung der Strukturvielfalt und Biodiversität
  • Verringerung der Unterhaltung (extensive Gewässerunterhaltung)
  • Reduzierung der Einträge von landwirtschaftlichen Flächen
  • Erhöhung der hydraulischen Leistungsfähigkeit der Eiter
  • Erhöhung der Biotopausstattung im Landkreis
  • Biotopvernetzung durch Schaffung von Wanderkorridoren
  • Rückzugsmöglichkeit für Amphibien und heimische Vogelarten

Gute Beispiele für erfolgreiche Renaturierungsmaßnahmen sind die Biotope Badefleet und Streekfleet, die bereits in den Jahren 2011 und 2014 realisiert wurden.
Diese geben heute einen Ausblick, wie sich die insgesamt geplanten 6 Biotopflächen und das Mittelwasserprofil in der Eiter in den kommenden Jahren entwickeln werden.

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Beginn der ersten Baumaßnahmen im August 2021

Nachdem die ingenieurtechnischen Planungen mit der Entwurfsplanung im Februar 2021 abgeschlossen wurden, konnte im laufenden Flurbereinigungsverfahren die erforderliche Plangenehmigung zur Umsetzung der wasserbaulichen Maßnahmen durch das Amt für regionale Landentwicklung (ArL) Sulingen erteilt werden.

Im Angust 2021 erfolgte nach öffentlicher Ausschreibung die Umsetzung der Erdbauarbeiten an der nördlichsten Biotopfläche 1 im Maßnahmengebiet. Anpflanzungen auf der Biotopfläche finden planmäßig im November 2021 statt.

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Weitere Maßnahmen:

Da im Juli 2021 bereits der zweite Zuwendungsbescheid für die weitere Förderung der Teilmaßnahmen beim Mittelweserverband eingegangen ist, können im Jahr 2022 die Biotopflächen 2 und 3 sowie die Gewässerrandstreifen 1 bis 3 umgestaltet und bepflanzt werden. Bis dahin liegen die Ausführungspläne und das Konzept des Bodenmangements vor.

Und auch für 2023 hofft der Mittelweserverband entsprechende Fördermittel einwerben zu können, um die Biotope 4, 5 und 6 umzusetzen und die Gesamtmaßnahme erfolgreich abzuschließen.

Zahlen im Verfahren (vorläufig):

  • 16,6 ha Maßnahmegebiet
  • 7 km Gewässerrandstreifen
  • 68.000 m³ bewegter Boden
  • 45.000 m³ zusätzlicher Retentionsraum
  • 45 Steinbuhnen im Mittelwasserprofil
  • 50 Strukturelemente in Form von Baumstubben und Wurzelstöcken
  • 1.200 Initialpflanzungen
  • 774.000 € Grunderwerb und Nebenkosten
  • 1.400.000 € Bau- u. Planungskosten

Wer hat die Maßnahmen finanziell gefördert?

Da der Mittelweserverband keine Verbandsbeiträge seiner Mitglieder für Gewässerentwicklungsmaßnahmen aufwenden darf, wurden neben dem bereits getätigten Grunderwerb auch Fördermittel für die Plaungs- und Baumaßnahmen beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- u. Naturschutz (NLWKN) als Bewilligungsstelle eingeworben.

Durch die Fließgewässerentwicklung (FGE) im Rahmen des ELER-Programms Niedersachsen und Bremen (PFEIL) gibt es eine 90 %-Förderung der anrechenbaren Kosten. Die fehlenden 10 % werden vom Landkreis Diepholz finanziert, um die Gesamtmaßnahme abzusichern und die Maßnahmen erfolgreich umzusetzen zu können.

Die Gesamtmaßnahme bringt die Entwicklung des Gewässers ein großen Schritt im Sinne der EG-Wasserrahmenrichtlinie voran, um in der Eiter einen guten ökologischen Zustand zu erreichen. Des Weiteren stellt sie einen kleinenräumigen Baustein dar, sich dem Klimawandel positiv entgegenzustellen. Zusammen mit der Eiterrenaturierung in Thedinghausen zieht sich zukünftig ein "grünes Band" durch die Eiterniederung bis zur Weser.

Autor:
Dipl.-Ing. Thomas Henrichmann
Mittelweserverband
Hermannstr. 15, 28857 Syke