Raue Sohlgleite - Durchgängigkeit im Hauptkanal

Fließgewässerentwicklung im Rahmen des GEPL Eiter-Hauptkanal

Alter Stau im Hauptkanal

Wehre und Stauanlagen stellen für Gewässerbewohner unüberwindbare Hindernisse dar. Fischen ist es manchmal noch möglich, geringe Sohlunterschiede zu überwinden. Für z.B. Köcherfliegen- oder Steinfliegenlarven, Muscheln oder Schnecken stellen diese eine künstliche Barriere da.

Deshalb ist die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit in einem Fließgewässer wie dem Hauptkanal ein vorrangiges Ziel der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL). Die Herstelllung der Durchgängigkeit wird daher mit Mitteln der EU und Fördergeldern des Landes Niedersachsen bezuschusst. Im Falle der rauen Sohlgleite im Hauptkanal konnten auch der Landkreis Diepholz und die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen gewonnen werden, diese Maßnahme zu unterstützen und dadurch zu realisieren.

Mit dem Bau der rauen Sohlgleite wird für den Oberlauf des Hauptkanals und somit für einen großen Gewässerabschnitt die faunistische Durchgängigkeit hergestellt und damit die Fließgewässersituation nachhaltig verbessert.

Der Hauptkanal beginnt in der Stadt Hoya und mündet nach rd. 16,8 km beim Holschenböhl in die Eiter.
Er verläuft in weiten Teilen in der Linienführung des alten Melorations-Hauptkanals mit einem Einzugsgebiet von rd. 26,5 km² bis zur Einmündung der Oberen Eiter. Der Hauptkanal ist als Gewässer II. Ordnung ausgewiesen und befindet sich im Grundeigentum des Mittelweserverbandes.

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Ziel dieser Maßnahme ist die:

  • Schaffung der faunistischen Durchgängigkeit
  • Anlage von Feuchtbermen zur Gewährleistung des Durchflusses
  • Aufwertung der vorhandenen Gewässereigenschaften
  • Verbesserung der Gewässerstrukturen

Fazit:
Nach Abschluss der Baumaßnahmen konnten bereits erste Fischaufstiege beobachtet werden. Die raue Sohlgleite passt sich gut in das ökologische Bild des Hauptkanals ein. Nach der sukzessiven Zunahme der Vegetation wird die raue Sohlgleite ein Habitat für Libellen, Amphibien und andere Gewässeran- und bewohner sein.

Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Diepholz als Genehmigungsbehörde, die Finanzierung und Betreuung durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie dem Ing.-Büro Horst Sengutta und der Baufirma Josef Haschke GmbH waren gut und zielgerichtet.

Autor:
Dipl.-Ing. Peter Neumann
Dipl.-Ing. Thomas Henrichmann
Mittelweserverband
Hermannstr. 15, 28857 Syke

Bilder:

Dipl.-Ing. Horst Sengutta